Bühlau bei Großharthau

Der zwei Kilometer lange Ort Bühlau verläuft beiderseits des Bühlbaches, der dem Lauterbacher Flur entspringt und an der Bühlauer Mühle in die Wesenitz mündet. Bühlau – Ort am klaren Bach – wurde 1121 erstmalig urkundlich erwähnt: "Anno 1121 sind die Teutschen eingeschlichen und haben nicht fern von einem Dorf, Byla genannt, auf einem hohen Berg ein Schloss gebaut." (Damit war die Burg Stolpen gemeint.) Der Ortsname tritt uns im Laufe der Jahrhunderte in vielfach abgeänderter Schreibweise entgegen, Byla, Böla, Behla, Belaw, Biela, Bühla und schließlich Bühlau. Zur damaligen Zeit verband nur ein alter Handelsweg dieses sorbisch besiedelte Handelsgebiet. Vom 13. bis 15. Jahrhundert wechselten die Besitzer von Bühlau mehrfach, zumeist waren es Bischöfe. Die schlichte Dorfkirche hat ein ehrwürdiges Alter, zumindest ein Teil der Kirche. Der Überlieferung nach war sie in ältester Zeit eine Tochterkirche von Schmiedefeld. Einige Rundbogenfenster an der Ost- und Südseite weisen auf das 16. Jahrhundert hin, auch sollen die beiden Glocken aus dem 15. Jahrhundert stammen. Nicht nur die Glocken, sondern auch der Dachstuhl der Kirche, lässt auf ein hohes Alter schließen. Auf dem Kirchhof sind einige beachtenswerte Grabsteine und Grabmale zu finden. Die an der Wesenitz liegende Mühle war schon im 16. Jahrhundert eine Mahl- bzw. Schneidemühle und bis Anfang der neunziger Jahre ein Sägewerk. Auch am Mühlteich, er wurde 1625 erstmals erwähnt, gab es noch einen Mahlbetrieb, die Damm-Mühle.

Fotos: Reiner Teichler 2013

Die alte Schmiede ist das älteste Haus in Bühlau. Sie ist 1737 erbaut worden. Auf dem ehemaligen "Günterschen Gut" wurde früher im Kessel (alte Bezeichnung des Tales hinter dem Bauerngut) eine Ziegelei betrieben. Eine Schule wurde bereits 1578 in Bühlau erwähnt. Im Schulgebäude waren eine Schulstube und die Lehrerwohnung im Obergeschoss, unterrichtet wurde damals in zwei Klassen, 1.-4. Schuljahr, und 5.-8. Schuljahr. Die im Volksmund bezeichnete "Hexenburg" stellt eine eigenartige Hofanlage dar. Sie wurde nach 1850 von Carl Gottlieb Wustmann erbaut. Später hat er sie an eine Familie Winkler verkauft, diese haben die Burg an eine Familie Seifert, die die Hexenburg dann an den Bürgermeister verkauften. Sie wurde mit 365 zum Teil lukenartiken Fenstern, 52 Türen und 12 Toren errichtet, dies würde auf die Freimaurerloge hindeuten. Der historische Komplex wurde durch eine Bauträgergesellschaft erworben und soll zu einer attraktiven Ferien- und Freizeitanlage ausgebaut werden, wobei der interessante Hofcharakter erhalten wird. Da seit 1999 keine Fortschritte beim Ausbau der "Hexenburg" zu sehen sind, wird die Anlage gelegentlich am Wochenende vermietet und es finden Party´s und Open-Air-Konzerte statt. (Das Flair dabei ist unbeschreiblich!)

Text frei nach Wikipedia

Besucherzaehler